Smart Country Convention 2019

Das Ziel der Smart Country Convention in Berlin? Die Digitalisierung des öffentlichen Sektors beschleunigen. Sebastian, Annelie, Kim und Roberto waren dabei. Hier berichten Sie über ihre Eindrücke.

Tag I – 22. Oktober 2019
Digital Office Conference. Zentrales Thema: Wie arbeiten wir 2020?

Den Einstieg bot ein Vortrag von Microsoft Teams mit der Zentralfrage: Wie kommuniziert die Generation Y? Das Programm bietet Teams die Möglichkeit, Chats, Besprechungen und Notizen in einer Plattform zu kombinieren. Remote arbeiten spielt eine zunehmend große Rolle, dennoch bleibt der persönliche Kontakt wichtig. Hier knüpft gleich der nächste Vortrag an und proklamiert, dass digitales Arbeiten gegen die Landflucht hilft. Wir stimmen hier zu, denn auch unseren Mitarbeitern wird durch die Vorzüge von New Work ermöglicht, dass sie dort wohnen und arbeiten können, wo sie sich wohlfühlen. Aber auch für uns steht fest: Wir arbeiten zwar von überall und kommen damit super zurecht, sind jedoch am Liebsten gemeinsam in einem Raum.

In der öffentlichen Verwaltung bleibt die Vision einer flexiblen, digitalen Arbeitsweise noch weitestgehend auf der Strecke. Home-Office ist zwar vereinzelt möglich, benötigt aber viel Vorbereitung.

Mittagspause: Strategisch gegen den Müdemacher Pasta und für Korean Street Food entschieden.

Der Nachmittag startet mit einem gemeinschaftlichen Projekt des Bitkom und MACH. Vorgestellt wird ein branchenübergreifend gültiges Reifegradmodell für digitale Geschäftsprozesse. Der Bitkom Arbeitskreis “Digitale Geschäftsprozesse“ hat Bereiche und Kriterien erarbeitet, um den Digitalisierungsgrad von Prozessen besser bewerten zu können. Wir finden: Eine spannende Methodik, die sich besonders für digitale „Anfänger“ eignet, denn es lassen sich einzelne Prozesse bewerten, wenn noch keine gesamtheitliche Digitalstrategie vorhanden ist. Futter für den Hinterkopf: Ein schlechter Prozess ist auch digital schlecht. Ein guter Prozess ist nicht immer gleich ein digitaler Prozess. Fun Fact: Das Modell benötigt Excel für die Auswertung – gute Ideen werden mit Basic Tools uns Lösungen angegangen und umgesetzt.

Als nächstes ist Bechtle dran mit einem Vortrag zum Thema Agile Working bzw. wie sichere ich Clouddienste ab, damit agil gearbeitet werden kann. 4/10 Unternehmen setzen auf Home-Office, aber 80% dieser Unternehmen haben Probleme dabei, Frameworks abteilungsübergreifend zur Verfügung zu stellen. Wir nehmen mit: Technik ermöglicht agiles Arbeiten, aber Sicherheit ist nur dann gewährleistet, wenn Arbeitsmittel von der Firma bereitgestellt werden.
Später im Workshop stellen wir uns dann den 5 große Fragen der Digitalisierung in der Verwaltung und merken im Austausch über u.a. die Wichtigkeit von E-Governance, Hindernisse im Change-Management und den Ansprüchen an die Digitalisierung, dass unser Ansatz der Befähigung in der Verwaltung gut ankommt.

Mit viel positivem Feedback zu unserer Philosophie, Menschen dabei zu helfen, sich selbst zu helfen, endet für uns der Tagesinput.

Mit der Erkenntnis, dass es selbst die schlauesten Köpfe nicht schaffen, sich sinnvoll an Essenstände zu stellen und einem kleinen Abstecher an die Gin Tonic Bar geht es ans Netzwerken nebst Litauischen Klängen und Lichtershow.

GPI auf der SSCON Berlin

Tag II – 23. Oktober 2019
Schwerpunkt: Digital Energy Conference

Erster Task des Tages: Den eigenen Kalender und das Veranstaltungsprogramm koordinieren. Die Convention bietet wirklich viel Angebot, damit neben den täglichen Terminen genug Zeit für die Vorträge und Workshops bleibt, lohnt es sich, mehrere Mitarbeiter zu schicken, die sich vor Ort organisieren.

Zum Thema Digital Energy gehört natürlich zuerst das Gespräch über Nachhaltigkeit. Auf Basis der 17 Sustainable Development Goals für Nachhaltigkeit wurde zu folgenden Fragen diskutiert. Ist nachhaltig auch digital? Konkurrieren die beiden Begriffe und ihre Bedeutung? Funktionieren sie zusammen? Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind komplexe, eigenständige Themen, die Synergien schaffen können, wenn man an den richtigen Stellen die richtigen Entscheidungen trifft, beispielsweise bei der Umgestaltung von Produktionsprozessen oder bei der Nutzung von gebrauchten (refurbished) Geräten.

Mittagspause: Banane. Programm zu spannend.

Design Thinking, Anforderungsworkshops, Ausprobieren und Umsetzung nach Scrum – so der Vortrag „Agile Methoden im öffentlichen Sektor“ zur Vorgehensweise des agilen Arbeitens. Auch unser Portfolio sieht diese Schritte vor. Darüber hinaus wichtig ist die agile Denkweise, denn das Mindset macht den Unterschied. Agil arbeiten geht mit Tools und Methoden – agil denken muss man verinnerlichen. Erfolg garantiert einem nur das Komplettpaket aus agiler Arbeits- und agiler Denkweise.

In der Kaffeepause stellen wir fest: Netzwerken leicht gemacht, die Smart Country Convention ist ein Dorf. Man trifft bekannte Gesichter an jeder Ecke, die wiederum beim Kennenlernen der unbekannten Gesichter helfen.

Die Digitalisierung für alle zugänglich machen, das ist das Ziel des ersten digitalen Tag der offenen Tür. Am 19. Juni findet der Digitaltag 2020 bundesweit statt. Privatpersonen, Vereine, Unternehmen und öffentliche Akteure können sich mit unterschiedlichen Konzepten und Ideen einbringen und so ihren Beitrag zum Digitaltag leisten. Alle Veranstaltungen werden auf einer interaktiven Deutschlandkarte zu finden sein.

Digitaltag 2020

Tag III – 24. Oktober 2019
Schwerpunkt: Digital Mobility Conference

Im ländlichen Raum sieht es momentan mit der Digitalisierung eher problematisch aus.
Faktoren, die den Fortschritt beeinträchtigen sind u.a. rechtliche Hürden, zu viele verschiedene Lösungen, ungeklärte Zuständigkeiten. Beispielsweise aber auch Mobilitätslösungen, die auf dem Land für die Wirtschaft unrentabel sind und fehlende IT-Infrastruktur.

Die Wahrnehmung des Fortschrittes wurde zwischen Land, Kommunen und Wissenschaft diskutiert mit dem Ergebnis, dass die Kommunen eine sehr andere Realität erleben als es die Vorgaben und Pilotprojekte suggerieren. Provokant und plakativ setzt der Vortrag mit dem Schwerpunkt New Mobility an und erklärt “New Mobility darf nicht nur was für Hipster sein”. Denn aufgrund großer Teilnahmehürden droht insbesondere die ältere Generation im ländlichen Raum abgehängt zu werden. Es werden analoge Partizipationsmöglichkeiten gefordert und die rentablere Gestaltung des ländlichen Raumes für private Anbieter.

Ein Schmankerl zum Thema Mobility, das die BVG wunderbar für die Verkehrsplanung nutzen konnten: Anhand einer Big Data Analyse der Reisedaten nach den jeweiligen Konzerten, ließ sich feststellen, dass es in Ost-Berlin im Vergleich mehr Depeche Mode, in West-Berlin mehr U2 Fans gibt.

 

Drei Tage, volles Programm, unser Fazit:

Die Themen der öffentlichen Verwaltung und der privaten Wirtschaft sind vergleichbar. Wir nehmen den öffentlichen Bereich immer mehr als Treiber war, Austausch und Diskurs finden statt, nach wie vor als schwierig erweist sich die Organisation der Zuständigkeitsbereiche und damit die Verknüpfung der vielen Themen und Ideen von überall zu einem großen Ganzen, in das investiert werden kann.

Im öffentlichen Bereich nehmen wir das Vergaberecht stark als Bremse unserer Möglichkeiten war. Als Unternehmen mit starken Ansätzen und Leistungen können wir unser Potenzial nur viel zu eingeschränkt nutzen und dort, wo wir wirklich helfen können, bekommen wir noch nicht genügend Chancen. Wir sehen an vielen Stellen ein Riesenpotenzial für unsere Leistungen, aber die Regulatorien bremsen uns.

Wir sind gespannt, was sich in dieser Hinsicht und im Hinblick auf alle digitalen Themen in den nächsten Monaten entwickeln wird – wir sehen uns definitiv vom 27. – 29. Oktober 2020 wieder in Berlin!