Product Owner und Scrum Master Sebastian Tetschke

Der Seemann und der Product Owner:

was haben Beide gemeinsam?

Es gibt den Scrum Guide, es gibt zahlreiche Bücher von Sutherland, es gibt Ratgeber und Trainings… und es gibt meine Sicht der Dinge.

Ich bin Basti von der GPI Consulting GmbH und unterstütze als Scrum Master in meinem Team auch den Product Owner. Die Rolle zu beschreiben ist handwerklich simpel. Aber wie verändert sich diese Rolle mit der Zeit und wie muss der Charakter aussehen? Was hat der Product Owner mit den agilen Prinzipien zu tun? In unserem Product Owner Workshop klären wir das mit IHREM Team.

Ich war letztens in einem kleinen Fischerort an der Ostseeküste…. Es war ein windiger, trüber Tag. Die Gischt und die Wellen peitschten zwischen den Buhnen. An der Promenade stand eine Skulptur – ein Seemann mit breiter Brust, den rechten Arm über den Augen vor der Sonne schützend schaute er in die Ferne auf das Meer! An der Kaimauer, so schien es, stand sein Boot und er stand auf einmal darauf, die Segel gesetzt! Ich blieb stehen und dachte:  DAS ist mein Bild eines Product Owner! Ein Sailor, ein Navigator!

Dieser Seemann hat scheinbar eine VISION: den Traum die Ostsee zu überfahren und am anderen Ende an den Stränden Dänemarks vor Anker zugehen. Aber dieser Weg ist sehr KOMPLEX: Untiefen, Felsen, Stürme, Strömungen – alles das musste er seiner Mannschaft zumuten und überwinden und umfahren. Wie sollte er es schaffen? Der Blick der zusammengekniffenen Augen des Seemannes verrieten es: Den unbedingten Willen es zu schaffen und den Traum zu verwirklichen, ein neues Leben zu beginnen. Dies war SEIN PRODUKT!

Er hatte 30 Tage Zeit und Proviant und die Mannschaft musste motiviert werden. Es bedarf Willenserklärungen, Mut und dem Zuspruch, die Power zu haben. Was an Kompetenzen fehlte, glich der Seemann mit seinen Kadetten selbst aus. Über seinen Leutnant befähigt er die Menschen, die ihn begleiteten und er belohnte dies mit immer wiederkehrenden Möglichkeiten, in dem sich die Mannschaft bei Festen die Laune holten, die sie brauchten.

Doch dieser Seemann hatte auch immer wieder Gläubiger und Menschen, die ihn finanziell und seelisch forderten. Der Schiffseigner, die Ehefrau, die Sponsoren. Diese stellten ihm Anforderungen, wie es auf der anderen Seite der rauen See aussehen sollte – das Leben! Nun, der Seemann verteidigte diese Mannschaft und war in der Lage, immer wieder die Erfolge zu melden, der Funk stand niemals still. Auch gefährliche Situationen, Kenter- und Meutereiversuche konnte er an Land funken und um Hilfe rufen.

 

Dem Seemann geht es nie um das eigene Ego

 

Dabei geht es dem Seemann nie um das eigene Ego, er war stets nah an der Mannschaft, in den Kajüten auf engstem Raum über viele Tage. Sein Schwur galt nur SEINEM Team und dem Ziel – dem Produkt am Ende am Ufer zu sein. Der Seemann trug am Arm ein Tattoo – wie viele Seemänner einen Anker! Doch warum sollte ein Product Owner einen Anker haben? Damit er nicht wegdriftet, sich auch lösen kann von Bisherigem und gleichzeitig groß und grob denkt und nicht zu detailverliebt wie andere Motive von Tattoos vielleicht.

Er hatte stets eine einfache Antwort und Lösung auf jede Frage parat – er war die sinnbildliche Antwort des Ockhams Rasiermesser! Mein Seemann trotzte dem Wind, indem er der Roadmap folgte, und wenn es nicht weiterging, dann navigierte er um, bis das Schiff wieder auf Kurs war. Seine Entschlossenheit und das Vertrauen seine Mannschaft hinter sich zu wissen, ließen meinem Seemann die Brust schwellen!

So gelang es ihm, nach 4 Wochen das Ergebnis stolz zu verkünden. Er zeigte es allen, die nicht daran glaubten. Dabei war er nie der Kapitän, sondern immer Teil des Teams, welches gesamt überlebt hat und den Erfolg genießt. Er war stets der Navigator und Seemann mit der einen Vision, die er als Auftrag formuliert bekam. Dieser Seemann hatte die Gabe, Buch zu führen über die Tage an Bord und die Geschichten zu schreiben, die das Leben formulierten.

 

Ein angemessener Typ, dieser Seemann.

 

Und er wusste, was wichtig und unwichtig war. Denn er hatte aus seinen Erfahrungen gelernt, durch welche Untiefen man fahren musste und welche man meiden kann. Das erst die Ruder in die Hand genommen werden müssen, um später nach dem Sturm das Wasser abzuschöpfen und Stabilität zu gewährleisten und die Decks zu reinigen. Diese Gabe, DEEP zu sein und am Ende des Tages in der Kombüse mit seiner Mannschaft über den und den nächsten Tag zu sprechen, machen meinen Seemann aus.

Sein Mindset war es:  tiefgründig genug, dringlich, abschätzbar und priorisierend. Ein angemessener Typ, dieser Seemann.

 

Liebe Leser*innen! Sollten Sie am Ende eine Reise planen und Ihre Rolle als Product Owner näher verstehen wollen, können Sie nach meiner Skulptur suchen. Oder sich einfach per Kontakt an uns wenden. Wir haben ein Konzept entwickelt, in dem wir Ihnen die Charakteristik der Rolle näher bringen möchten, mit Ihnen ein Szenario bearbeiten an dem Sie die Rolle im Scrum üben können und alle Techniken rund um die Pflege des Backlogs lernen.

Wir schätzen Untiefen ab, messen Entfernungen und Anstrengungen, wie viel Aufwand eine Aufgabe „an Bord“ benötigt. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

Herzlichst, das Team Agilität der GPI