Andrea Reif Seetalent

Am 24. September 2019 findet ab 17:00 Uhr in der IHK München der nächste Social Sundowner des GPI Campus statt. Alle Infos zur Veranstaltung hier.

Hier stellen wir die Personen vor, die ihre Impulse zum Thema geben und sich in der Diskussionsrunde beteiligen werden. Christina Lieb, Duygu Bayramoglu, Sarah Ickert und

Andrea Reif, Inhaberin & Digital Expertin bei SEETALENT

Würde man Menschen aus Andreas Umfeld fragen, wie wichtig Digitalisierung für sie ist, würden die meisten antworten, sie sei ein waschechter „Digital Native“. Seit über 10 Jahren ist sie beruflich fast ausschließlich auf digitalen Pfaden unterwegs. Durch ihren Weg über das klassische Marketing liegt ihr „analog“ zwar im Blut, sie sieht die Erweiterung ihrer Tätigkeit um digitale Themen als wichtigen Anker in ihrem Alltag. Gerade neulich war sie im Urlaub in einem Ferienhaus bei Freunden, die bewusst auf einen WLAN-Zugang verzichten. Innerhalb von zwei Tagen war ihr gesamtes Datenvolumen aufgebraucht. Fehlende Konnektivität: Der Punkt an dem sie selbst merkt, wie digital ihr Verhalten seit langer Zeit schon ist.

 

Andrea Reif von Seetalent im Gespräch mit einer Kundin

Andrea, wie lautet dein Plädoyer für die Digitalisierung?

Nutzt die Digitalisierung als Chance! Bleibt dran! Je konservativer und langsamer wir uns an digitale Themen ran trauen, desto schwieriger wird es für uns gedanklich und inhaltlich Schritt zu halten. Und: Wir vergeben Chancen dadurch! Digitalisierung sollte nach meiner Erfahrung nicht als „Trial & Error“, sondern eher als „Try and try differently“ wahrgenommen werden. In Deutschland wird es häufig mit Scheitern gleichgesetzt, wenn Umsetzungen mal nicht sofort funktionieren oder zu dem gewünschten Ergebnis führen. Ein häufiger Grund dafür sind fehlende Kapazitäten und Kompetenzen. Vielen Unternehmen fehlen digital-kompetente Mitarbeitende die technisch oder inhaltlich so gut ausgebildet sind, dass sie die nötigen digital Skills besitzen und so der Schnelllebigkeit unserer Zeit aus- und mithalten können.

Oft erleben ich es, dass Unternehmen ein großes, digitales Tool eingekaufen in der Hoffnung den schnellen Change somit herbeizuführen. Oftmals beißen sich die Mitarbeitenden daran dann die Zähne aus und werden frustriert, weil ihnen die digitalen Skills und das Mindeset fehlen, diese in ihre tägliche Arbeit zu integrieren. Hier macht es in unseren Augen oft viel mehr Sinn klein anzufangen, Zeit und Chancen zu bieten um die Mitarbeitenden gut auszubilden und Vertrauen im Umgang zu schaffen und erstmal „fahren lernen“. Drive the change – du musst den Wechsel auch steuern können, dieser Aspekt ist wichtiger als die Frage mit was du fährst.

 

Wie bildet sich diese Haltung in deiner täglichen Arbeit ab?

Aus meiner Erfahrung im klassischen Marketing heraus setze ich bei unserer Beratung voll auf die Verbindung von digital und analog. Denn dies bietet den Kunden mehrere Vorteile: Ziele lassen sich viel genauer bestimmen und Erfolge einzelner Maßnahme sind messbarer. Bei SEETALENT verbinden wir Employer Branding und HR mit der Digitalisierung. Zusammen mit meiner Partnerin aus diesem Bereich können wir so mit gebündelter Kompetenz helfen, eine starke, differenzierte Arbeitgebermarke zu entwickeln, die die richtigen Menschen begeistert und ans Unternehmen bindet.

Wir schauen mit dem Kunden zusammen nach Kanälen, die der Wunsch-Mitarbeitende nutzt und die sie zur Kommunikation entsprechend nutzen sollten. Die Bandbreite reicht von Webseite, Social Media bis hin Recruiting Events. Jedoch gehen wir nicht mit der Gießkanne drüber, sondern schaffen Bewusstsein, dass gezielt gearbeitet werden muss und nicht einfach nur um der Sichtbarkeit Willen. Wir analysieren: Was sind Werte und Themen, die das Unternehmen ausmachen? Was wünschen sich die Bestandsmitarbeiter eigentlich von ihrem Unternehmen und ist das schon da ohne dass es im Bewusstsein des Management Teams ist? Wir schauen außerdem auf die Konkurrenz und wie wir eine Positionierung ihr gegenüber hinkriegen können um eine klare Differenzierung zu erhalten. Diese befindet sich häufig schon im Unternehmen: Ein Gespräch mit den Bestandsmitarbeitenden führt meist rasch zu spannenden Ergebnissen. Wir unterstützen dann dabei dieses nach innen zu leben und nach Aussen zu kommunizieren.

Auch hier kann die Digitalisierung einen klaren Mehrwert schaffen: Der Einsatz der richtigen Tools im Recruiting bewirkt Schnelligkeit im Prozess und dies kann wiederrum ein klarer Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein. Denn Bewerber gehen auch mit der Zeit und sind schnell wieder weg, wenn Bewerbungsprozesse zu schwerfällig und Response Raten zu langsam sind.
Bei der Suche nach neuen Mitarbeitenden raten wir zudem bewusst vom Einsatz von Headhuntern ab. Denn damit vergeben Unternehmen die Chance, sich als relevanter Arbeitgeber zu präsentieren.

 

Ist Digitalisierung auch nachhaltig?

Viele Unternehmen meinen, sie können nur dann effektiv kommunizieren, wenn sie ständig neuen Inhalt produzieren. Das ist in unseren Augen falsch. Die Mehrfachnutzung und somit auch der nachhaltige und vertiefende Umgang mit Content ist oftmals ein ungenutztes Potential. Daher setzten wir bei unserer Arbeit immer auf nachhaltige und langfristige Content Nutzung.
Gerade im Employer Branding ist in der Betrachtung das langfristige Ziel wichtig.

In meinen Augen ist das wie bei einem Marathontraining: Ich halte mir das große Ziel vor Augen, das ich erreichen will und baue auf dem Weg dorthin immer wieder Sprints ein, die auf die Erreichung des Zieles und besonders auf meine Zielzeit am Ende einzahlen. Erst mit einem klar definierten Ziel im Blick kann ich nachhaltig arbeiten. Es muss einem Unternehmen klar sein, dass es immer ein strategisches, langfristiges Ziel geben muss, auf dessen Basis Entscheidungen auf dem Weg dahin getroffen werden.

Auch wenn sich die Kanäle im Vergleich zu früher verändert haben, Entscheidungskriterium für eine Handlung muss immer noch sein, welcher Kanal für die jeweilige Zielgruppe relevant ist. Unsere Erfahrung zeigt: Was z.B. im Azubi Recruiting in der Stadt funktioniert ist nicht das, was Azubis im ländlichen Raum anspricht. Die Kriterien warum sich Auszubildende für ihren Ausbildungsbetrieb entscheiden variieren hier stark. Dem muss auch in der Kanalauswahl und der Ansprache Rechnung getragen werden. Die Digitalisierung hilft uns heute hierbei noch viel genauer und granularer zu verstehen wo die Zielgruppe steckt und wo ich relevante Inhalte ausspiele und somit Streuverluste vermeiden.

Danke an Andrea für das Interview!

Weiter zu Sarah Ickert, GPI.

 

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