Die Digitalisierung hat längst alle Lebensbereiche erfasst – soweit nichts Neues. Die „neue Normalität“ einer schnelllebigen, sich ständig verändernden Arbeitswelt, stellt Unternehmen
vor Herausforderungen – auch das ist klar. Mutig und neugierig sein, den Aufbruch wagen, wissbegierig voranschreiten – so die einstimmige Meinung der ImpulsgeberInnen Dr. Julia Freudenberg von der Hacker School Hamburg, David Ockert (Berater bei GPI)  sowie Meriam Bouchir (Beraterin GPI), die sich Sarah Ickerts (Leiterin GPI Campus und Mitglied der Geschäftsleitung) Fragen im Interview stellte: Am 3.12.2019 fand in Hamburg unser drittes Event in der GPI Campus Reihe Social Sundowner statt. Die drei Impulsvorträge drehten sich um die Themen lebenslanges Lernen und digitale Bildung.

Der entscheidende Faktor für einen erfolgreichen Aufbruch in Richtung Zukunft? Jeder Mitarbeitende eines Unternehmens soll fit werden für die neue, digitale Welt. „Stark verkürzt bringt es das Welt World Economic Forum auf die Formel: Jeder Arbeitnehmer wird bis 2022 zusätzlich 101 Lern- oder Weiterbildungstage benötigen. So viel Zeit sollten Unternehmen in Weiterbildung investieren, um Schritt halten zu können“, trägt David Ockert aus dem Bericht Zukunft der Arbeit vor. Das ist eine ganze Menge! Jedoch sollte dieser Fokus auf Ausbildung von Spezialisten und Multiplikatoren in einem gut organisierten Wissensmanagement tatsächlich ernst genommen werden. „Eine Organisation lernt nur und kann sich nur dann weiterentwickeln, wenn der Lernende sein Wissen in die Organisation hinein trägt. Erst dann kann eine erfolgreiche Weiterentwicklung erfolgen“, so David Ockert.

Mindestens eine Zeile Code bis zum 18. Lebensjahrs

Individuelle Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten stehen also im Fokus. Doch woher weiß ich, welche Fähigkeiten meine Mitarbeiter entwickeln können? Dr. Julia Freudenberg und ihre Hacker School setzen schon beim Nachwuchs an. „Vor Vollendung des 18. Lebensjahrs soll jedes Kind mindestens eine Zeile Code programmiert haben. Erst dann kann es entscheiden, ob es den Weg in die IT einschlägt.“, so Freudenberg. Bedingt durch akuten IT-Fachkräftemangel und das Verschwinden von Informatik aus den Lehrplänen der Hamburger Schulen, bietet die Hacker School Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit ihre digitale Zukunft zu gestalten. Und erwirkt gleichzeitig, dass auch Erwachsene, die in dem Modell Paten der Kinder sind, sich in der Digitalisierung neu zurechtzufinden. „Die Kinder und Jugendlichen von heute sind unsere zukünftigen Gestalter. Sie sollten in digitalen Themen von vorne herein fit sein.“

Digitalisierung ist mehr als Technik oder Prozesse – sie durchdringt alle Bereiche! Wie gibt ein Unternehmen Mitarbeitenden Sicherheit und das Gefühl, nicht den Anschluss zu verlieren? Ganz praxisorientiert berichtet Meriam Bouchir im Interview mit Sarah Ickert davon, wie sie mit Serious Games Wissen an ihre Projektmitarbeiter vermittelt und damit alle gleichermaßen mit in eine Aufgabenstellung mit einbezieht. „Es macht einfach Spaß, spielerisch die Kreativität und Kompetenzen der Teammitglieder zu entlocken. Gleichzeitig bilden Sie sich weiter und werden neugierig und motiviert, wenn Sie neue Ideen entwickeln können, die ihr Projekt zum Erfolg machen.“

Stiften Sie Chaos!

Die Zukunft des Lernens hat längst begonnen! Die Schaffung einer Weiterbildungskultur, die Lust darauf macht, ein Leben lang zu lernen, ist absolute Voraussetzung den Weg der digitalen Transformation erfolgreich zu gehen. Neugierde und Wissensdrang sind dafür eine wichtige Basis. „Gehen Sie raus und stiften Sie etwas Chaos“, sagt David Ockert. Er meint damit den Ausbruch aus eingefahrenen Mustern, einen Perspektivenwechsel, einen Anreiz langweilige ToDo-Listen mit kreativen Ansätzen neu zu beleben. „Wir wissen doch, dass Spielen neue Horizonte öffnet, wieso nutzen wir diese Möglichkeit nicht auch im Berufsalltag viel mehr?“, gibt Meriam Bouchir als Denkanstoß . Manch ein Gespräch, das die Teilnehmer, Gastgeber und ImpulsgeberInnen an diesem Abend bei Glühwein und Häppchen vertiefen, nimmt diese Frage auf.

Der Social Sundowner in Bildern:

Über den Social Sundowner

Der Social Sundowner ist eine geschützte Plattform mit genug Offenheit für Austausch, Diskussion und die Chance, neue Sichtweisen und Aspekte kennenzulernen – ohne sich gleich festlegen zu müssen. Weit weg von Muss, Soll und Stress wollen wir Inspiration und Ausgleich bieten. Einfach anmelden und dabei sein.

Warum? Weil ein geschützter Raum offenes Sprechen ermöglicht.

Wie? Respektvoll, gemütlich auch bei ungemütlichen Themen.

Was? Überraschend anders mit bekannten Themen im unbekannten Gewand.

Wer? GPI Empower People und Menschen, die sich offen austauschen und es sich ohne Druck und Visitenkarten einen Abend gut gehen lassen wollen.

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