Lernen in der Transformation: Von der Pflicht zur Chance

22/07/2025

Lernen in der Transformation: Von der Pflicht zur Chance

 

Im Mai fand die LEARNTEC – Europas größte Veranstaltung für digitale Bildung statt. Ein passender Anlass, um innezuhalten und über die Rolle von Lernen in der heutigen Arbeitswelt nachzudenken. Denn eines ist klar: Lernen ist nicht mehr nur eine Aufgabe am Rande – es ist ein zentraler, elementarer Bestandteil von Transformationsprozessen.

 

Lernen früher: Pflicht und kollektives Format

Früher war Lernen im Beruf meist formell, organisiert und kollektiver Natur: Seminare, Schulungen, Workshops – oft einmal im Jahr, manchmal auch verpflichtend. Die Inhalte wurden vorgegeben, die Gruppen groß, das Format standardisiert. Lernen war ein klar abgegrenzter Block im Arbeitsalltag, oft fern vom realen Arbeitskontext.

Beispiel: Wer eine neue Software erlernen sollte, bekam einen eintägigen Kurs und war danach auf sich allein gestellt – ob das Wissen wirklich angewendet wurde, blieb dem Zufall überlassen. Oft waren die Inhalte auch nicht nachweislich angewandt und nachhaltig verankert. Wer von uns kann sich schon noch an die Inhalte

 

Lernen heute: Individualisiert, flexibel, integriert

Heute sieht das anders aus. In der dynamischen Arbeitswelt mit digitalen Tools, agilen Prozessen und permanentem Wandel ist Lernen kontinuierlich, individuell und integriert. Es findet nicht nur für die Arbeit statt – es ist Teil der Arbeit. Neue Lernformate unterstützen dieses Mindset: Microlearning, Learning Nuggets, Podcasts, Lern-Communities oder kurze Video-Tutorials auf Abruf. Prominentestes Beispiel ist udemy. Natürlich ergänzen aber auch Präsenzformate den Lernkontext. Hier ist eher der Fokus geändert. In der modernen Lerntheorie und dem Lernbegleiter Ansatz vom S-elbstgesteuert P-roduktiv A-ktivierend S-ituativ S-sozial Modell spricht Prof. Dr. Arnold der TU Kaiserslautern von “…der aktivierenden Transformation der Übertragung des Gelernten in das lernerzentrierte Umfeld.” Sprich der Fokus ist in Richtung Umsetzung gelegt, Übungen, die ggf. Vorab Gelerntes anwenden oder in Szenarien vorstellen. Die Theorie ist eher vor- bzw. ausgelagert und die Präsenzveranstaltungen ein gemeinschaftlicher Ort der Anwendung und Transferaustauch.

 

Nebenbei lernen – geht das?

Ja – wenn es gut gemacht ist. Neue Formate ermöglichen „Learning in the Flow of Work“, also Lernen im Arbeitsfluss. Statt Inhalte stundenlang aufzubereiten, konsumieren wir sie in Häppchen, dort, wo sie gerade gebraucht werden.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Mitarbeiterin im Change-Projekt möchte mehr über agiles Arbeiten erfahren. Statt ein zweitägiges Seminar zu buchen, nutzt sie die Transformation Academy von GPI Consulting. Dort findet sie einen kompakten Online-Kurs zum Thema „Agiles Mindset“, den sie in ihrem Tempo absolvieren kann – direkt zwischen zwei Meetings oder in der Mittagspause. Mehr dazu hier: http://www.gpi-consulting.de/kurse

 

Lernen lernen – ein Thema für jedes Alter

Besonders im fortgeschrittenen Alter wird oft deutlich: Lernen fällt nicht mehr so leicht wie früher. Warum ist das so?

• Gewohnheiten und Routinen sind über Jahre verankert.

• Ängste vor digitaler Technik oder Versagensgefühle können blockieren.

• Die Gedächtnisleistung verändert sich mit dem Alter, Informationen werden langsamer verarbeitet.

Doch die gute Nachricht ist: Lernen kann trainiert werden – ein Leben lang. Das Gehirn bleibt plastisch, wenn wir es fordern. Entscheidend ist, dass wir auch Lernen lernen – mit den richtigen Methoden und in einem Umfeld, das Mut macht statt Druck erzeugt.

Dabei hilft es, verschiedene Formate zu kombinieren:

• Digitale Medien: Online-Kurse, Tutorials, Podcasts, interaktive Tools

• Analoge Elemente: Austausch mit Kolleg:innen, Notizen auf Papier, Moderationsmethoden

• Blended Learning: Die Verbindung von analog und digital bietet die größtmögliche Flexibilität

 

Reflexion als Lernmotor: Die 3W-Methode

Um Lernen nachhaltig zu verankern, braucht es regelmäßig einen Moment des Innehaltens. Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode ist die 3W-Methode:

Die 3W-Methode – in 5 Minuten zur Lernreflexion:

 

Was habe ich gelernt?

Notiere kurz eine neue Erkenntnis, ein Tool, ein Aha-Erlebnis der letzten Woche.

 

Wie habe ich gelernt?

War es im Gespräch, im Online-Kurs, beim Ausprobieren? Was hat besonders gut funktioniert?

 

Wozu kann ich es anwenden?

Überlege konkret, wo du dein neues Wissen in den nächsten Tagen nutzen wirst.

 

Mein Tipp: Diese Methode lässt sich wunderbar in ein Wochenabschluss-Meeting integrieren – oder als persönliches Freitagsritual nutzen.

Fazit: Lernen als Haltung – für alle Generationen

Lernen ist heute nicht mehr nur ein organisatorischer Prozess, sondern eine Haltung. Wer bereit ist, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln – unabhängig vom Alter – wird nicht nur mit neuen Kompetenzen belohnt, sondern auch mit mehr Selbstwirksamkeit und Gestaltungsmacht in Zeiten des Wandels.

 

Impulse gefällig? Die GPI Transformation Academy bietet praxisnahe Lernformate für die neue Lernkultur – flexibel, digital und direkt im Arbeitsalltag verankert von wenigen Stunden bis zu mehreren Modulen. Mehr Informationen hier: http://www.gpi-consulting.de/kurse

AutorIn
Bild von Sebastian Tetschke
Sebastian Tetschke

Agile Coach bei GPI Consulting GmbH

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