Liebe GPI Blogleserinnen, liebe GPI Blogleser,

in meinem ersten Blog zum Home Schooling habe ich versucht die Dimension des Problemumfelds in aller Kürze zu umreißen. Es gibt hier aktuell keine „allumfassende, beste Lösung“. Gleichzeitig können und wollen wir nicht warten, bis die Lösungen aus den Kultusministerien – deren Erarbeitung zweifelsfrei auch Zeit benötigt – vorliegen. Wir wollen jetzt unser Know-how einbringen, um die digitale Bildung nachhaltig zu etablieren. 

Aber wie können wir das tun? Indem wir die Stärken unseres Beratungsportfolios auf das Problemfeld des Home Schooling anwenden:

  • Wir stellen sinnvolle digitale Tools zusammen, welche die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Lehrveranstaltung bestmöglich unterstützen.
  • Wir konfigurieren diese „schlüsselfertig“ für den sofortigen Einsatz.
  • Wir befähigen die Beteiligten in der Anwendung der Tools und stehen für Fragen zur Verfügung.

Klingt ganz einfach… ist es im Grunde auch.

Die wirkliche Herausforderung dabei sind nicht die Punkte 1) und 2). Es gibt bereits sehr viele, sehr gute Tools am Markt, welche zum Teil von den Kultusministerien freigegeben oder sogar empfohlen werden. Vielmehr gilt es Lehrern, Schülern und Eltern zu zeigen, wie diese Tools effizient zur Unterstützung des Schulalltags eingesetzt werden können. 

Außerdem müssen diese Lösungen auch „nach Corona“ einsatzfähig sein. Wir sind – wie sehr viele Menschen auch – überzeugt, dass wir in Deutschland gerade mal am Anfang des „Digital Schoolings“ stehen und dass es uns in den kommenden Jahren immer stärker begleiten wird. Daher müssen die Lösungen von heute auch für mehr als nur ein paar Wochen oder Monate gut sein.

Ein kleiner Ausflug in die Zukunft. Wie werden unsere Kinder wohl in 2021, 2022 oder gar in 2032 beschult werden? Wenn wir zurückschauen, hat sich an der Form des Schulunterrichts die letzten Jahrzehnte nur wenig geändert. Wohl gemerkt: an der Form des Schulunterrichts, nicht am Lehrinhalt oder der Vermittlung! Da gibt es sehr wohl moderne Ansätze und Herangehensweisen.

Der Schulunterricht findet im Klassenverbund und in Form von Schulstunden statt. Darin ist aus meiner Sicht auch erst einmal nichts auszusetzen. Was mir fehlt ist die Einbindung digitaler Vorgehensweisen in die Unterrichtsformen. Hausaufgaben könnten grundsätzlich auf einer digitalen Lernplattform bereitgestellt werden. Zusätzliches Lernmaterial könnte in einer gemeinsamen Wissensbasis in der Lernplattform redaktionell gepflegt werden – von Lehrern und Schülern gleichermaßen. Lerngruppen könnten sich digital zusammenschließen – durch Lehrer oder Schüler älterer Klassenstufen angeleitet – über Schulgrenzen oder gar Ländergrenzen hinweg. Sprachunterricht könnte mit Schülern anderer Länder gleichzeitig durchgeführt werden, was sowohl dem Sprachverständnis als auch dem kulturellen Austausch zugutekommen würde. Und noch viele Ideen mehr… Es geht darum die „klassische“ Schulform mit ihren Vorteilen durch die Nutzung digitaler Hilfsmittel und Vorgehensweisen innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes auf eine neue Ebene zu heben.

Hier werden sicherlich einige Schulen aufspringen, weil das schon längst zu ihrem Alltag gehört! Sehr gut! Wichtig ist hier das Wort „einige“. Unsere Vision für das Deutsche Schulwesen ist, dass wir bald sagen können „alle Schulen“.

Zurück zu unserem Beitrag in der Digitalisierung des Schulunterrichts. Wir haben uns für die Kombination der Tools moodle und Microsoft Teams entschieden. Beide Tools sind in vielen Bundesländern bereits im Einsatz und von den Kultusministerien freigegeben. Die Tools haben unterschiedliche Schwerpunkte. Teams ist ein Webmeeting-System, welches auch die Zusammenarbeit an Aufgaben ermöglicht. Die Aufgaben werden jedoch in der Regel in anderen Tools verwaltet. Hier kommt moodle ins Spiel. moodle ist eine digitale Lernplattform. Hier werden grob gesagt Lerninhalte verwaltet und Lernerfolgskontrollen durchgeführt.

Aktuell setzen wir eine „Musterschule“ in diesen Tools auf, die wir dann schnell auf die jeweiligen Gegebenheiten einzelner Schulen adaptieren können. Hierzu müssen wir natürlich berücksichtigen, welche technischen Voraussetzungen eine Schule, die Lehrer und die Schüler jeweils mitbringen, um die Musterschule entsprechend adaptieren zu können. Hier geht es um Server, PCs und Laptops, Tabletts oder Mobiltelefone. Aber auch um Benutzerkonten, Mail-Adressen u.ä. Auch der Datenschutz spielt eine sehr wichtige Rolle!

Im nächsten Schritt führen wir Workshops mit den Lehrern durch, um ihnen die Handhabung der Tools und einige Kniffe näher zubringen. Das Konzept sieht vor, dass wir schrittweise Lehrer dazu befähigen die Tools im Schulalltag einzusetzen. Nicht zuletzt werden dann die Schüler und die Eltern, sofern sie möchten, in die Befähigung mit aufgenommen und durch Webseminare ihnen die Handhabung der Tools näher gebracht.

Unser Vorgehen basiert auf jahrelanger Erfahrung in der Auswahl und dem Rollout (Bereitstellung von Software-Applikationen) von Tools – sowohl in der freien Wirtschaft, als auch im öffentlichen Sektor.

Wir testen unser Vorgehen in den nächsten Wochen mit einigen Lehrern aus Baden-Württemberg und Berlin, die sich bereit erklärt haben, uns bei diesem Projekt zu Unterstützen. Ich freue mich schon sehr auf den erneuten Austausch!

Viele setzen sich in diesen Tagen für die digitale Bildung auf den unterschiedlichsten Ebenen ein. Wir als GPI konzentrieren uns auf die konkrete Umsetzung vor Ort mit den Möglichkeiten und Gegebenheiten, die wir vorfinden. Schritt für Schritt zu einer digitalen Bildung. 

 

Ihr

Dimitrios Horozidis